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Wahrscheinlich Vertrauenswürdig – Gedanken zu Selbstwert und Aufrichtigkeit

Die letzten sechs Tage habe ich auf einer Exkursion verbracht. Berlin-Exkusion. Ich fühle mich jedes mal ein bisschen in die Schulzeit zurück versetzt, wenn ich dieses Wort benutze. Aber da es meinen Lehrern in der Schulzeit ein bisschen zu abenteuerkich war, den langen Weg aus dem Süden in die Hauptstadt zu unternehmen, habe ich hiermit wahrscheinlich ein kleines Must-Do nachgeholt. Wobei Berlin für mich ja sowieso ein „All-Time-Favorite-Do“ ist. Und eine Exkursion mit 21 bis 31 jährigen doch nochmal was anderes ist. Das wusste auch mein Prof – weswegen er gar nicht erst versuchte, Kontrolle auszuüben oder uns von Pflichtveranstaltungen zu überzeugen.

Kunst plus Kater

Für Sonntag stand der Hamburger Bahnhof auf dem Programm. In angetracht der Stadt und des Wochentages war der Treffpunkt auf 14 Uhr angelegt – so war der Kater zwar noch nicht auskuriert, aber die Beine funktionierten wieder! Hier bin ich durch die verschiedenen Ausstellungsräume geschwebt und war begeistert. Es war, als wäre das Museum genau zu diesem Sinn und Zweck gemacht: an einem Kater-Sonntag die eh schon aufgekratzten Nerven- und Gehirnzellen von cross-medialen Kunstwerken stimulieren lassen. Mein körperlicher Zustand befand sich irgendwo zwischen mit dem Kopf mit Anlauf gegen eine Wand gerannt und genz dick von oben bis unten in Watte eingepackt sein. Also: Absolute Berlin-Empfehlung!

The Probable Trust Registry

Die Installation der Philosophin und Konzeptkünstlerin Adrian Piper hat bei meinem aufgekratzen Selbst wohl den größten Eindruck hinterlassen. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass es dazu aufforderte, seinen Namen, die e-Mail Adresse und eine Unterschrift zu hinterlassen, um ein Versprechen abzulegen. Ein Versprechen an sich selbst.

Weil ich die letzten Tage ohne Laptop unterwegs war, aber viele Stunden bei Terminen mit Kulturschaffenden verbracht habe, habe ich meine Gedanken zu dem Werk einfach mal auf meinen Notizzetteln fest gehalten…

I WILL ALWAYS BE TOO EXPENSIVE TO BUY
I WILL ALWAYS MEAN WHAT I SAY
I WILL ALWAYS DO WHAT I SAY I AM GOING TO DO

Wo hättet ihr unterschrieben? Die Frau am zweiten Stand – I will always mean what I say – meinte, dass die meisten das Erste, die wenigsten das dritte Versprechen unterschrieben haben. Ob das einfach an Faulheit liegt? Oder doch daran, dass die Hemmung, alles zu tun, was man sagt, doch zu groß ist?

Wenn ihr mehr zu dem Projekt erfahren wollt, könnt ihr das HIER

Fact Friday: Intersectional Feminism

Juhu, mal wieder ein Begriff, der im Englischen einfach besser klingt als im Deutschen. Wobei Intersektionaler Feminismus auch nicht soo unsexy ist, oder? Aber die meisten von euch können wahrscheinlich weder auf Deutsch noch auf Englisch viel anfangen. Dafür habe ich mir den Fact Friday ausgedacht. Ich möchte (wahrscheinlich eher unregelmäßig) Freitags ein kleines Learning mit euch teilen. Wichtige Begriffe und Fakten, die ihr in die Welt tragen, mit denen ihr angeben, über die ihr Schmunzeln oder für euch behalten dürft.

Heute also Intersektionalität. Der Begriff gehört zu diesen spannenden Worten bei denen man sich schlau fühlt, wenn man sie benutzt. Er gehört außerdem zu den Begriffen, die meine Auffassung von Feminismus stark beeinfliussen. Die Google-Suchen nach dem Begriff Intersectional Feminism“ haben sich  seit dem Wochenende folgendermaßen verhalten:

Der perfekte Zeitpunkt also für ein bisschen Aufklärung. Wenn ihr euch also fragt, was intersektionaler Feminismus ist, warum die Leute darüber reden und was in aller Welt das mit euch zu tun hat, seid ihr hier genau richtig. (Und auch wenn ihr euch das nicht fragt, dürft ihr gerne weiter lesen!)

Der Begriff stammt aus den 1980ern, genauer 1989, als die schwarze amerikanische Aktivistin Kimberlé Williams Crenshaw ihn in ihrem Essay „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics.” benutzte. Hier nennt sie eine Straßenkreuzung als Beispiel für Identität: Wenn hier ein Unfall geschieht, dann kann man nicht sicher sein, von welcher Straße er kam. Auf die gleiche Art und Weise befindet sich eine schwarze Frau in einer „Kreuzung“, wenn ihre Rechte verletzt wurden. Denn die Verletzung könnten von Geschlechterdiskriminierung oder Rassendiskriminierung kommen.

Das bedeutet, dass man sich – also ich mich – als intersektionale Feministin (oh wie mich Gendern nervt!) nicht ausschließlich für Geschlechterfragen, die Frauen betreffen einsetze. Während der Begriff der Intersektionalität sich ursprünglich nur auf Rassendiskriminierung bezog, hat er sich inzwischen dazu entwickelt, der LGBTQ-Rechte, die Diskriminierung von Behinderten und andere Anliegen, die die Gleichberechtigung aller Menschen untergräbt, mit einzubeziehen. Die Grundidee ist, dass alle Systeme der Unterdrückung sich irgendwo kreuzen – um also ein Problem als ganzes wahrzunehmen, müssen wir alle dazugehörigen Teile mit einbeziehen.

Ich vermute, dass das krasse Wachstum der Google-Nachfragen mit dem Women’s March vergangenes Wochenende zusammenhängt. Denn im Nachgang dieses einmaligen Events haben viele, vor allem schwarze Frauen, sich gegen „White Feminists“ ausgesprochen. Also weiße Feministinnen, die sich für kleinere feministische Themen wie Nippel-Freiheit einsetzen und die großen Probleme, die vor nicht-weiße Frauen betreffen, links liegen lassen. Es ist ein schweres Thema und ich hoffe, dass die Vorwürfe mich nicht betreffen werden – wenn doch, macht mich gerne darauf aufmerksam! Auch wenn der March am Wochenende nicht perfekt war – weil das wahrscheinlich gar nicht so richtig geht – wurde er von vielen Seiten für seine Intersektionalität gelobt. Dafür, dass er nicht nur Frauenrechte, sondern auch „racial profiling“ der Polizei, Diskriminierung der LGBTQ-Gemeinschaft und die Reformation der Immigrationsgesetze thematisierte.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wie ihr Intersektionalität in euren Handlungen und eurem Alltag angehen könnt. Ich habe es mich auf jeden Fall gefragt und war sehr dankbar für die Leitlinien die ich auf Bustle gefunden habe! here we go:

1. Respektiere andere Kulturen

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Eine endlose feministische Debatte ist zum Beispiel die über Kopftücher. Sind sie nun ein Symbol der Unterdrückung oder nicht? Als nicht-muslimisches Mädchen, das sich mit der Kultur nur wenig auskennt ist es nicht an mir, ein Urteil zu fällen. Viele Menschen, nicht nur Feministen haben eine Meinung zu dem Thema, ohne zu wissen, was muslimische Frauen eigentlich dazu sagen oder warum sie sich dafür entscheiden. Es ist okay kulturelle oder religiöse Praktiken zu kritisieren, aber diese Kritik sollte eher von Menschen kommen, die Teil dieser Kultur sind statt von Außenstehenden, die sich nicht auskennen.

2. Unterstütze alle Bewegungen für Gleichberechtigung

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Nach dem Wochenende haben viele Leute ihre Frustration zum Ausdruck gebracht, dass es die Bedrohung der Leben weißer Frauen brauchte, um Amerikaner und menschen weltweit auf die Straßen zu bringen. Weiße Feministinnen hätten etwa bereits „Black Lives Matter“ unterstützen sollen. Hier sind wir wieder beim Vorwurf des „White Feminism“. Um diesem Vorwurf zu entgehen, sollten wir uns also nicht nur für unsere eigenen Probleme interessieren und einsetzen!

3. Sei Inklusiv

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Ich falle wohl in jede Kategorie der priviligierten, weißen Feministin: ich bin weiß, im Moment sogar blond, bin cisgender und (fast sicher) heterosexuell. Ich habe keine Behinderung (außer einer gebrochenen Rippe, aber die behindert mich nicht) und auch sonst einen recht normalen Körperbau. Außerdem komme ich aus einem Akademiker-Haushalt und gehe auf eine Privatuni – na toll! Diese Umstände können schnell dazu führen, dass jemand wie ich andere Gruppen, wenn auch unterbewusst, ausschließt und diskriminiert. Sei es durch Handlungen oder auch nur Sprache. Es scheint  ein gefährliches Terrain zu sein, auf dem ich mich da bewege! Wie wir Fettnäpfchen und ungewollte Diskriminierung umgehen und die verschiedenen Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen besser verstehen können? verrät bustle auch. So können wir uns etwa mit feministischer Lektüre diverser Gruppen auseinandersetzen, Feministen aller möglichen Identitäten auf sozialen Medien folgen und uns durch Reden von intersektionellen Feministen anschauen.

Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen, ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare und Anregungen. Jetzt erstmal ein schönes Wochenende!

Mit viel Liebe, Glitzer und Grl Pwr (intersektional natürlich)

Let’s get started: GRL PWR

Ich bezeichne mich selbst als Feministin. Ich arbeite für ein Frauenmagazin, das Emanzipation in den Mittelpunkt stellt. Ich kann keine „normale“ Frauenzeitschrift aufschlagen, ohne mich über sehr viele Punkte zu echauffieren. Bei Hausarbeiten und Projekten suche ich mir Themen wie die Historie der Frauenbewegung, die ultracoolen Riot Grrls oder die soziale Konstruiertheit von Monogamie. Ich sehe nicht ein, warum ich in irgendeiner Dimension meines Lebens zurückstecken sollte, weil ich eine Scheide habe. Weil Tampons mit 19% Mehrwertsteuer belegt sind, Kaviar mit 7%. Warum ich weniger Geld verdienen soll, weil mein Körper die Option hat, meinen Bauch zu dreifacher Größe anschwellen zu lassen. Einfach nein.

Gleichzeitig liebe ich die Farbe rosa und alles was glitzert. Ich gehe regelmäßig zum Waxing. Ich habe eine große MakeUp-Sammlung und verlasse das Haus selten ungeschminkt. Ich drücke mich über meinen Style aus und lasst mich bloß nicht von meiner Schuhsammlung anfangen! Ich lasse mich zum Essen einladen und mir die Tür aufhalten. Abseits kann ich zwar erklären, Fußball langweilt mich trotzdem. Ich lasse mir beim Tragen meiner Koffer helfen.

Für viele Menschen passen diese zwei „Persönlichkeiten“ nicht zusammen. Eine Feministin soll Männer hassen und die Weltherrschaft der Frauen an sich reißen wollen. Sie soll sich keine Gedanken um ihr Aussehen machen. Newsflash:

Aber was will ich jetzt eigentlich mit diesem Post von Euch?

Auch heute, angekommen im Jahr 2017 werde ich noch schräg angeguckt, wenn ich mich als Feministin „oute“. Warum? Weil doch schon alles gut ist! Weil wir den Feminismus nicht brauchen. Hä, wie jetzt? Diese Diskussionen sind endlos und endlos anstrengend. Denn: wenn ein Mensch eine Meinung hat, dann hält er (oder sie) sich normalerweise recht beharrlich an ihr fest. Und schlimmer: wenn ein Mensch etwas nicht sehen will, dann sieht er es auch nicht. Feministen wird daher häufig vorgeworfen, dass sie Probleme schaffen wo keine sind. Das ist falsch: durch die „Feministische Brille“ erkennt man Probleme, für die man vorher nicht sensibilisiert war. Was für Probleme das sind, habe ich diese Woche in einem Artikel bei Edition F begonnen zusammen zu fassen. Unter dem Titel Post-Feminismus? Oh nein, wir haben noch verdammt viel zu tun habe ich einen Teil meine Anliegen und Beweggründe dargelegt und im Schreibprozess gemerkt: Wenn ich mich nicht selber stoppe, dann finde ich so schnell auch kein Ende. Je mehr ich schrieb, desto mehr Perspektiven, Sichtweisen, Geschichten und tatsächliche Probleme eröffneten sich mir. In Deutschland und im Rest der Welt.

Die Reaktionen auf den Artikel waren fast durchgehend ermutigend und positiv. Einige bedankten sich sogar. Nur einer bezichtigte mich, oder den Feminismus, einer „großen Lüge“. Aber auch das stachelte mich an, mich jetzt hier hinzusetzen und eine neue Kategorie bei Simpletwentysomething einzuführen: GRL PWR.

Hier möchte ich alles, was mir zum Thema Gleichbereichtigung durch den Kopf geht fest halten. Erlebnisse sammeln. Inspiration teilen. Geschichten erzählen. Damit vielleicht sogar meine Eltern irgendwann verstehen, weswegen mir dieses Thema so sehr am Herzen liegt.

Das klingt gut? Dann erzählt mir doch in den Kommentaren, was ihr gerne lesen wollt. Oder wollt ihr selber Dampf ablassen? Dann schreibt mir ne Mail! Ich bin voller Vorfreude auf diese Kategorie und hoffe, dass es euch ähnlich geht 🙂

Mit viel Liebe, Glitzer und Girl Power!

Guess who’s back.

Vielleicht ist es verrückt. Gewagt. Romantisch. Ein bisschen blöd. Oder gar nicht mal so dumm. Egal wie: Simpletwentysomething ist ENDLICH wieder online. Okay, wir waren nie offline, wir waren eher…verdammt still. Das hat mehrere Gründe, allen voran diverse Krankheitsstrapazen und die gute alte Uni. Und ich bin ganz ehrlich: wirklich Zeit habe ich für den ganzen Spaß immernoch nicht wirklich. Aber wenn man etwas wirklich will, dann schafft man sich eben die Zeit dafür!

So sitze ich jetzt in Berlin, Tori allein in der Großstadt, und mache den ganzen Tag das, was ich am Liebsten tue – schreiben. Als Praktikantin in der Redaktion von Edition F habe ich recht schnell akzeptiert, dass meine Tastatur und meine Finger BFFs sein müssen. Und jetzt will ich noch Abends nach Hause kommen und noch mehr schreiben? Am I crazy? Ja. Ja, ich bin ein bisschen crazy. Aber das ist okay.

Was will ich also? Ich will eine Plattform. Ich will meine Stimme teilen, einen Space für meine Gedanken, meine Inspiration, meine Geschichten und meine ganze überschüssige Kreativität haben. Und das nicht nur für mich. Ich bin von so vielen inspirierenden Menschen umgeben, die tolle Dinge tun – Podcasts produzieren, Gedichte schreiben, Abenteuer erleben, mutig sind – Menschen, die sind wie ich: simple Twentysomethings. Und neben dem Hang zur Kreativität und dem verwirrenden Alter haben wir noch etwas gemeinsam: sind alle ein bisschen überfordert, ein bisschen verwirrt und ein bisschen verloren in der Achterbahn des Erwachsen werdens. Denn: Nur, weil wir inzwischen in allen Teilen der Welt als mehr oder weniger Volljährig gelten, heißt das noch lange nicht, dass wir uns auch so fühlen. Oder benehmen. Und weil wir uns so oft fühlen wie Aliens, als wäre´n wir die einzigen Menschen mit diesen Gedanken und Gefühlen möchte ich hier einen Ort schaffen, der uns daran erinnert, dass wir nicht die einzigen sind. Dass wir nicht alleine sind.

Warum heute? Vielleicht weil der 1. Advent ist. Vielleicht weil ich heute erst die Technik hinter WordPress durchschaut habe. Vielleicht aber auch nur, weil ich diese crazy-coole Brille mit der Welt teilen wollte.

Was genau das hier wird, wird sich wohl erst in den nächsten Wochen herausstellen. Und wer ich bin, das erfahrt ihr in den nächsten Tagen. Meine Challenge: Dieser Blog wird im Dezember mein eigener Adventskalender. Bedeutet, dass hier jeden Tag was passieren wird. Versprochen!

Mit viel Liebe, Glitzer und Motivation,

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