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April 2017

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Wahrscheinlich Vertrauenswürdig – Gedanken zu Selbstwert und Aufrichtigkeit

Die letzten sechs Tage habe ich auf einer Exkursion verbracht. Berlin-Exkusion. Ich fühle mich jedes mal ein bisschen in die Schulzeit zurück versetzt, wenn ich dieses Wort benutze. Aber da es meinen Lehrern in der Schulzeit ein bisschen zu abenteuerkich war, den langen Weg aus dem Süden in die Hauptstadt zu unternehmen, habe ich hiermit wahrscheinlich ein kleines Must-Do nachgeholt. Wobei Berlin für mich ja sowieso ein „All-Time-Favorite-Do“ ist. Und eine Exkursion mit 21 bis 31 jährigen doch nochmal was anderes ist. Das wusste auch mein Prof – weswegen er gar nicht erst versuchte, Kontrolle auszuüben oder uns von Pflichtveranstaltungen zu überzeugen.

Kunst plus Kater

Für Sonntag stand der Hamburger Bahnhof auf dem Programm. In angetracht der Stadt und des Wochentages war der Treffpunkt auf 14 Uhr angelegt – so war der Kater zwar noch nicht auskuriert, aber die Beine funktionierten wieder! Hier bin ich durch die verschiedenen Ausstellungsräume geschwebt und war begeistert. Es war, als wäre das Museum genau zu diesem Sinn und Zweck gemacht: an einem Kater-Sonntag die eh schon aufgekratzten Nerven- und Gehirnzellen von cross-medialen Kunstwerken stimulieren lassen. Mein körperlicher Zustand befand sich irgendwo zwischen mit dem Kopf mit Anlauf gegen eine Wand gerannt und genz dick von oben bis unten in Watte eingepackt sein. Also: Absolute Berlin-Empfehlung!

The Probable Trust Registry

Die Installation der Philosophin und Konzeptkünstlerin Adrian Piper hat bei meinem aufgekratzen Selbst wohl den größten Eindruck hinterlassen. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass es dazu aufforderte, seinen Namen, die e-Mail Adresse und eine Unterschrift zu hinterlassen, um ein Versprechen abzulegen. Ein Versprechen an sich selbst.

Weil ich die letzten Tage ohne Laptop unterwegs war, aber viele Stunden bei Terminen mit Kulturschaffenden verbracht habe, habe ich meine Gedanken zu dem Werk einfach mal auf meinen Notizzetteln fest gehalten…

Wo hättet ihr unterschrieben? Die Frau am zweiten Stand – I will always mean what I say – meinte, dass die meisten das Erste, die wenigsten das dritte Versprechen unterschrieben haben. Ob das einfach an Faulheit liegt? Oder doch daran, dass die Hemmung, alles zu tun, was man sagt, doch zu groß ist?

Wenn ihr mehr zu dem Projekt erfahren wollt, könnt ihr das HIER

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