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Februar 2017

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Om Shanti – Wie Yoga in meinem Alltag unterkommt

Ich habe schon in einigen Texten anklingen lassen, dass Yoga mir immer wieder hilft, zu mir zu finden. Vor allem in der Zeit letzten Sommer, als ich keine Energie mehr für nichts hatte und meine normalen sportlichen Tätigkeiten außer Frage standen. Wenn du schonmal pfeiffersches Drüsenfieber hattest oder mal eine 92-Jährige beim Treppensteigen beobachtet hast, pack noch eine Ganzkörperpackung Gänsehaut drauf und du kannst dir so ungefähr vorstellen, wie es mir an den meisten Tagen ging. Trotzdem wollte ich natürlich nicht nur zu Hause rumhängen wie ein Wurm. Es gab Tage an denen ich fit war, Tage an denen ich nichtmal (okay, nur ein mal) Gänsehaut hatte. Die meisten Tage hatten eine Sache gemein: ich bin aufgewacht und hatte den Drang anzukommen. Im Tag und in meinem Körper. Und genau hier kommt für mich, auch jetzt noch, Yoga ins Spiel.

Om – Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele
Shanti – Frieden, inneres Gleichgewicht, das Gefühl von Glück und Harmonie, die Befreiung von Ängsten und Konflikten.

Für eine gesamte Yoga-Session hätte die Energie meistens nicht gereicht und außerdem hätte ich auch dann meistens kein Studio zur Verfügung gehabt. Ich hatte vorher schon einige Yoga- und etwa doppelt so viele Pilateskurse besucht, die Grundkenntnis der Bewegungsabläufe war also gegeben. Durch meine jahrelange Erfahrung in Ballett und anderen Tanzstilen, kann ich mir Bewegungsabläufte et cetera gut merken. Aber so ein richtiger Yoga-Pro war (und bin) ich selbstredend nicht!

Wie habe ich unerfahrenes Yoga-Häschen es dann geschafft, mit Yoga in den Tag zu starten – egal ob ich in Italien, Freiburg, Friedrichshafen oder Berlin war? Ein Hoch auf die Digitalisierung kann ich da nur sagen!

The Magic Motivator: Die Yoga-Matte

Ich würde es mir selbst nicht glaube, wenn ich es nicht besser wüsste: es hilft ungemein, wenn man eine Yoga-Matte hat. Nachdem ich ein Yoga-Bild ohne Matte auf Instagram gepostet hatte, erhielt wenige Tage später den folgenden Brief von einer sehr guten Freundin ins Büro:

Ich habe das als Gag interpretiert und mir keine weiteren Gedanken dazu gemacht – bis weitere zwei Tage später ein langes Paket mit meinem Namen bei der Arbeit eintrudelte: eine rosa Yoga-Matte! Und tatsächlich: seit ich diese Matte hatte, ist es mir viel leichter gefallen, mich morgens nach dem Aufstehen einfach vom Bett auf die Matte, statt auf den kalten, harten Boden oder einen kratzigen Teppich zu rollen.

The Teacher: Get your App-Game on

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf Asana Rebel gestoßen bin. Aber die App kam für mich im perfekten Moment, denn ich hatte, wie gesagt, weder genug Energie für 60 bis 90 Minütige Kurse, noch ein geeignetes Yoga-Studio in der Nähe. Asana Rebel bietet verschiedene „Workouts“, die zwischen fünf und maximal 20 Minuten lang sind. Es gibt kostenlose Workouts, die eine kleine Bandbreite von „Flexibility Hangout“ hin zu „Full Body Workout“ bieten und einen kostenpflichtigen Bereich der Routinen mit Titeln wie „Yoga für mehr Creativität“, „Energy Booster“, „Restore and Relax“ oder eben auch „Übungen für besseren Sex“. No kidding.

Mir hat die App ungemein geholfen, da ich, abhängig von meiner Energie, nur eines oder eben mehrere Routinen hintereinander machen konnte und so die ganzen Basics des Yogas kennen gelernt habe.

Wenn man eher nach einer richtigen Yoga- oder Pilates-Stunde für zu Hause sucht, ist die Website beziehungsweise App Gaia mega gut. Hier kann man aus unheimlich vielen verschiedenen Leveln, Lehrern und Stilen wählen und eine ganze Yoga-Stunde mitmachen.

In Berlin habe ich die letzten drei Monate dann viele Kurse und Lehrer ausprobiert und viel dazu gelernt – denn es hat natürlich einen Grund, warum man ganze Fortbildungen und Ausbildungen im Yoga machen kann. Aber da ich jetzt ja wieder zurück in Friedrichshafen bin, bin ich dankbar und froh um die Apps und Dinge, die ich gelernt habe. Meistens mache ich inzwischen gerade die Übungen, die ich glaube zu brauchen und die mir in den Sinn kommen. Zum Abschalten ist es aber tatsächlich auch super gut, wenn dir die Stimme eines Lehrers dich durch die Übungen führt und daran erinnert, deinen Bauch anzuspannen, deine Schultern unten zu Halten und deine Füße im richtigen Moment zu flexen oder zu strecken.

Mir hat Yoga endlich wieder ein gesundes Körpergefühl gegeben. Hier bin ich nur bei mir, achte nicht darauf, was die anderen machen, oder ob ich gerade total bescheuert aussehe. Seit ich entdeckt habe, wie befreiend laute Atmung oder auch die spirituellen Sprüche und Gesänge des Yoga sein können, ist auch das mir kein Stück unangenehm mehr. Ich bin einfach bei mir selbst. Ich mache das, wozu mein Körper sich an dem Tag fähig fühlt. Ich pushe mich, aber höre gleichzeitig in mich rein. Das tut einfach unheimlich gut!

Das habe ich auch beim Shooting für diese – wie ich finde fantastischen – Bilder gemerkt: Zwar bin ich hier (logisch) nicht so richtig in den Flow gekommen, musste aber die Positionen länger als gewöhnlich halten. Constantin hat sich fantastsich viel Zeit genommen, ist um mich rumgesprungen, hat Objektive gewechselt wie ein Weltmeister und hat mit einem bewundernswerten Auge fürs Detail die perfekten Winkel gesucht und mir Anweisungen gegeben! ? Er ist bei uns an der Uni schon nach nur einem Semester der Star-Fotograph – andere seiner Bilder könnt ihr hier und hier auschecken. Ich habe heute noch nicht alle Bilder verbraten – eines durftet ihr ja schon im Valentinstags-Post bewundern. Ich habe viel zu viel Spaß damit, meine Photoshop-Skills an den Bildern auszutoben. Was denkt ihr?

Wie steht ihr zum Yoga? Macht ihr es auch gerne zu Hause und habt ihr euren Lieblings-Stil schon gefunden? Ich bin noch total am rumprobieren!
Oder habt ihr einen anderen Sport gefunden, der euch total zu euch selbst geführt hat? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Mit viel Liebe, Glitzer und Om Shanti!

Dear me, be my Valentine! Love, I

Diesen Text habe ich vor einem Jahr schon einmal auf meinem damaligen Blog geteilt. Weil er nicht an Aktualität verloren hat und ich ihn nicht nur schön (hihi Eigenlob), sondern auch wichtig finde, schenke ich ihn euch diesen Valentinstag einfach noch einmal!

Ja, schon klar. Der Valentinstag ist eine Erfindung der Floristikindustrie und der Pralinenhersteller, um uns allen das Geld aus der Tasche zu ziehen. So what? Wir müssen ja nicht mitmachen! Aber irgendwie schon ein bisschen, finde ich…

valentines

Beim Thema Valentinstag, aber auch Mutter-, Vater oder sonstiger-Besonderheiten-Tag wird mir oft entgegengeworfen, dass man seinen Liebsten, Mutter, oder Vater doch jeden Tag lieben solle und man dafür keinen besonderen Tag brauche. Ja. Ja, das stimmt! Und auch ich habe heute nichts außergewöhnliches mit meinem Freund unternommen. Statt zu seinem vorgeschlagenen Date zuzusagen, habe ich meine Freunde zusammengetrommelt und einen Tisch zum Brunchen reserviert. Es stimmt, wir brauchen keinen Valentinstag, um uns Blumen und Schokolade zu schenken. Wir brauchen ihn auch nicht, um uns ganz besonders lieb zu haben. Wenn ich jemanden heute mehr liebe als sonst, dann mache ich irgendetwas gewaltig falsch. Klar, wir können uns jeden Tag im Jahr Schokolade schenken und mit Liebeserklärungen um uns werfen. Aber let’s be honest – wir tun es nicht. Oder viel zu selten.

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Daher finde ich es schön und vor allem wichtig, einen Tag zu haben, an dem wir erinnert werden, an das wunderschöne Geschenk, dass wir Liebe nennen. Nicht nur die Liebe zum Partner. Die zu unseren Freunden. Unserer Familie. Meinetwegen Haustieren. Und uns selbst.

Wie ihr spätestens den GIFs entnehmen könnt, liebe ich – Klischeegemäß – Sex and the City und bin auch peinlich stolz darauf, schon das ein oder andere Mal mit Carrie verglichen worden zu sein. Was mich allerdings bei Zeiten ungeheuer an den Mädels in meiner liebsten Stadt gereizt hat: es geht immer nur um Männer! Gut, sonst wäre ja auch der Sinn verfehlt. Doch es wird mir und all meinen Leidensgenossinnen doch Eines am stärksten vermittelt:

Du kannst so viele Schuhe haben wie du willst – am Ende des Tages geht es doch nur darum, deinen Traummann zu finden!

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Und das finde ich falsch. Wie oft dachte ich mir schon (früher, als ich noch jung und dumm und unerfahren war, hihi): „Oh, wenn ich nur einen Freund hätte, dann wäre ich endlich glücklich.“ oder „Wie soll ich mich lieben, wenn es auch kein anderer kann?“ Nach außen hin war ich immer meistens selbstbewusst, schlagfertig und voll im Reinen mit meinem leichten Dachschaden. Und als ich mir mit meiner aufgeschlossenen, quirligen Art tatsächlich mal ein Kerlchen angelacht hatte, durfte der dann meine verletzliche, unsichere Seite kennenlernen. Bis ich mir eines Tages von meinem „Freund“ vorwerfen lassen durfte, dass ich nicht das Mädchen sei, in das er sich verliebt hätte. So verletzlich und so unsicher. Er hätte mich toll gefunden, weil ich so selbstbewusst und unkompliziert war und nicht so, wie ich dann eben war. Toll. Das fand mein Teenager-Herzchen natürlich wahnsinnig reizend. Die „echte Vic“ ist nicht liebenswert.

Falsch.

Meine beste Freundin und ich haben uns den Begriff „Marzipanherzen“ angeeignet – da beißt vielleicht mal einer ein Stück ab, aber dann wird das Herz halt einfach mal neu geformt. Oder mit Schokolade aufgefüllt. Yum! Soll heißen: Ich habe gemerkt, dass ich sehr wohl liebenswert bin, aber vor allem dann, wenn ich mich selber liebe. Im nachhinein betrachtet weiß ich auch, dass der Kerl damals sowieso von hinten bis vorne eher suboptimal (pour moi) war. Aber klar, ich war nicht die, die er erwartet hatte. Ich dachte, dass wäre voll okay so. Aber im Grunde hab ich das gemacht, was so viele andere Mädels auch machen, weil sie denken, es zu müssen: ich habe mich verstellt, um zu gefallen. Nur, dass ich verstellt hätte bleiben müssen, das hat mir keiner gesagt. Und das hätte ich auch irgendwie echt total blöd gefunden.

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Trotzdem kann ich von mir behaupten, mein selbstbewusstes Ich nie abgelegt zu haben. Ich habe es nur hin und wieder aus den Augen verloren. So stand in der Abizeitung auf meiner Seite der Kommentar: „Denkst manchmal, Du bist die Coolste auf der Welt.“ Ja, manchmal bin ich vielleicht auch gerade mal spontan die Coolste auf der Welt. Aber ich habe auch gelernt, durchsichtiger zu werden. Bin auch von innen stark geworden, das Selbstbewusstsein ist – meistens – keine Fassade mehr.

Im Zeitalter der Selbstoptimierung habe auch ich mich wieder verloren. Diesmal: „Wenn ich die-und-die Kleidergröße habe und so-und-so viel wiege, dann fühle ich mich endlich wieder wohl!“ Bullshit. Je dünner ich geworden bin, desto mehr Fehler habe ich an mir entdeckt. Und es ging noch weiter. Je mehr ich abgenommen habe, desto weniger Kerle habe ich an mich ran gelassen. Mein Selbstbewusstsien hat sich zusammen mit meiner Körpermasse verflüchtigt. Sich selbst okay zu finden, wie man ist – sich darüber hinaus auch noch zu lieben – ist schwer. Vor allem in einer Zeit in der wir jeden Schritt zählen, jede Kalorie messen und mit jedem Workout prahlen können. Und wie ich aus dem Teufelskreis rausgekommen bin, ist einen ganz eigenen Post wert. Heute bin ich an den meisten Tagen glücklich mit mir, wie ich bin. Selbstbewusstsein kommt nicht mit der 34 auf dem Label. Aber es verschwindet, wenn es mal keine ist. Das müssen die Meisten aber selbst lernen.

Wir können nicht jeden Tag des Jahres und twentyfourseven vor Selbstbewusstsein und Liebe zu unseren schrägen Persönlichkeiten, Körpern und Macken protzen. Es ist normal, sich mal unwohl zu fühlen, Zweifel zu haben und den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch am Ende des Tages sind wir es, die mit uns selbst klar kommen müssen. Vor allen anderen Menschen und Dingen und Problemen können wir über kurz oder lang wegrennen. Aber wir bleiben bei uns, also sollten wir da doch das Beste draus machen uns lernen, mit uns zu leben, uns selbst zu lieben. Oder?

Long story short: Kommerzieller Nutzen des Valentinstages schön und gut. Aber es ist doch wichtig einen Tag zu haben, an dem wir daran erinnert werden, dankbar zu sein. Dankbar für die, die wir lieben. Für die, die uns lieben. Dafür, dass es Liebe gibt, in unserem Leben, in dieser verrückten Welt. Und vielleicht auch daran, uns selbst ein bisschen mehr zu lieben…

In diesem Sinne, mit extra viel Liebe und Glitzer!

Fair Basics: Warum Slow Fashion?

Ich habe in meinen bisherigen Posts ja schon anklingen lassen, dass ich zunehmend mehr Wert auf nachhaltigen Konsum lege. Nachhaltig, das heißt, dass ich darauf achte, dass die Produkte die ich kaufe möglichst umweltfreundlich und fair produziert worden sind, dass ich recycle wo es geht und eine Liebe für Second-Hand entwickelt habe. Das bezieht sich nicht nur auf Mode, sondern auch auf Nahrung und Lebensmittel (also die nicht second Hand 😉 ), sowie auf Nutzgegenstände. Was ganz genau das bedeutet und wie es funktioniert könnt ihr hier als wunderbar mitverfolgen. Unter „Fair Basics“ möchte ich euch in verschiedene Aspekte einführen.

Die Frage, die ich hier und heute beantworten will ist: Warum? Warum entscheide ich mich für nachhaltigen Konsum und versuche damit auf Luxus zu verzichten, den ich mir eigentlich leisten könnte?

Zum einen, weil ich gemerkt habe, dass ich es immer schlechter mit meinem Gewissen vereinbaren kann Dinge zu kaufen, von denen ich weiß, dass andere Menschen dafür Leiden mussten. Dinge, die mir zwei Tage Glückseligkeit schenken und dafür Frauen und Kindern die Chance auf ein gesundes Leben, auf Bildung und auf all das was wir „normal“ nennen. Natürlich kremple ich nicht von heute auf morgen mein Leben um. Ich trage all meine Kleidung weiter, ich benutze mein iPhone und mein MacBook wie gewohnt und werde, wenn nötig, auch in Zukunft nicht auf den Kauf vergleichbarer Geräte zurückgreifen. Worum es mir geht, ist Achtsamkeit. Ein Bewusstsein für meine täglichen Handlungen und Konsumentscheidungen, ein stetiges Hinterfragen und dazulernen. Ich möchte niemanden missionieren. Wenn ich mit Freundinnen shoppen bin und die wollen zu ZARA, Monki oder EDITED dann sage ich nicht nein. Dann gehe ich mit rein und berate sie mit Freude. Und alle, die sich für meine Reise durch die Welt des nachhaltigen und fairen Konsums interessieren, lade ich ein, diese hier zu begleitet. Zum Anfang erstmal ein paar Fakten…

Das sind nur ein paar Fakten, die mich besonders beeindruckt haben. Ursprünglich hat mich Madeleine auf ihrem Blog dariadaria auf die Problematik aufmerksam gemacht. Sie hat ihren Blog bezüglich fairer Mode super informativ aufgebaut und ich lasse mich noch jetzt immer wieder von ihr inspirieren.

Für mehr Fakten und Hintergrundinfos kann ich euch außerdem diese Dokus ans Herz legen:

ARD Markencheck (hier zu finden)
Blogger Reality Show “Sweatshop Deadly Fashion” (hier entlang)
The True Cost Movie (mein Favorit, zu finden auf Netflix oder hier)
ZDF Doku “Gift auf unserer Haut” (bitte hier entlang)
ZDF Doku “Die billige Masche von H&M” (da lang bitte)

Und falls ihr lieber lesen wollt, sind diese Seiten super informativ:

Clean Clothes Campaign
Ethical Fashion Forum (ethicalfashionforum.com)

Fair Wear Foundation
Fashion Revolution
Get Changed Fair Fashion Network
Greenpeace Detox Campaign

Das wars soweit von mir, ich hoffe ich kann den einen oder die andere von euch mit diesem Post ein bisschen weiterhelfen. Es geht nicht darum, dass ihr Leben von heute auf morgen umstülpt, sondern vielmehr darum, ein Bewusstsein zu schaffen, was schief geht und wie wir mit einfachen Mitteln dagegen vorgehen können. Dass wir bewusster konsumieren, nochmal unseren Kleiderschrank durchforsten, bevor wir etwas kaufen und dann zu fair produzierter oder Second-Hand-Kleidung greifen.

Wenn euch dieser Post gefallen habt, ihr Fragen habt und noch mehr zu dem Thema lesen wollt, dann lasst mir doch ein Herzchen oder einen Kommentar da, was euch interessieren würde! Bis dahin verbleibe ich,

mit viel Liebe, Glitzer und einem Wochenendsstimmung

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