Ich bin wahrscheinlich nicht die einzige Twentysomething, die ihre Mädels vermisst. Einen festen Freundeskreis. Deren Mädels nicht GIRLS-Style, alle an einem Ort versammelt sind, sondern über das Land – vielleicht sogar über die Welt – verstreut sind. Genau deswegen freue ich mich so auf Weihnachten: die Mädels, die ich als „Clique“ zusammenfassen kann, von denen ich eine lieber mag als die andere und keine mehr als die vorherige, versammeln sich „zu Hause“. Denn gerade in der vorweihnachtlichen Stimmung wird mir zunehmend bewusst, wie wichtig diese Beziehung zu wahren Freundinnen wirklich ist.

Seit ich die Schule verlassen habe, den behüteten goldenen Käfig, der meine Freunde und mich beisammen hielt, sind meine Freundinnen wie Perlen in der Welt verstreut. Das ist okay, dank Social Media sowieso, aber auch schade. Wer macht denn mein Sex-and-the-City-Brunch mit mir? Bin ich einfach zu Seriengeschädigt? Egal wie, seitdem ich an keinem Ort länger als drei Monate am Stück ausharre, ist mir die Wichtigkeit von engen, guten Freundinnen extrem bewusst geworden. Freundinnen vor Ort, mit denen du die Welt entdecken und Abenteuer erleben und kuscheln kannst, sowie Freundinnen am Telefon, die dich kennen, seit du sie schief mit Zahnspange angegrinst hast, die dir zum ersten mal die Haare gefärbt und später auf der Party zurück gehalten haben, die deine ersten Schwärmereien und deine ersten paar High Heels miterlebt haben, die mit dir Schule geschwänzt haben, für dich gerade gestanden sind und sich mit dir krumm gelacht haben.

Im alltäglichen Chaos des ach so schönen “Erwachsen-werdens”, auf der Suche nach dem perfekten Outfit oder dem perfekten Date, der Jagd nach dem Traumjob oder der Traumwohnung verlieren wir schnell, wer uns bei all dem immer treu zur Seite steht. Wer uns auch ungeschminkt liebt, weil sie uns ungeschminkt am besten kennt. Wer uns treu bleibt, egal wie scharf die anderen Mädels sind. Wer mit uns bis spät in die Nacht Bewerbungen schreibt und hilft, uns zwischen drei identischen Photos das schönste auszusuchen. Wer sich die Gedanken anhört, die fürs Tagebuch zu peinlich sind. Für wen wir all das und noch viel mehr genauso tun würden, ohne mit der Wimper zu zucken.

Deswegen möchte ich, dass wir uns 2017 mehr Zeit für genau diese Menschen nehmen. Für unsere Freundinnen!

Weil sie unsere selbst-gewählte Familie sind.

Wir können uns unsere Familien nicht aussuchen. Unsere Geschwister und Eltern und was so dazu gehört sind entweder ein Jackpot (so wie bei mir!) oder eben nicht so Bombe. Aber Freundinnen können wir uns aussuchen. Das klingt jetzt offensichtlich und „Oh Vic, sei nicht so pathetisch.” Aber denkt mal drüber nach: Wenn euch eure Freundinnen nicht in den Kram passen würden, dann wären sie doch schon längst nicht mehr eure Freundinnen. Oder? Und wenn doch, dann solltet ihr ernsthaft über ein paar Lebensentscheidungen nachdenken. Denn schlechte Freundinnen sind etwas, womit wir uns tatsächlich nicht belasten müssen… mehr dazu in einem anderen Post! Und genau, wie wir unsere Freundinnen wählen, wählen auch sie uns. Daher ist es pures Gold wert, in Freundschaften zu investieren – etwas, das wir meistens automatisch tun, weil sie uns so wichtig sind. Diese Beziehungen sind vielleicht die authentischsten Spiegel, die uns gegeben sind. Unsere Freundinnen können und sollten unsere Felsen in der Brandung sein. Sie wissen alles von uns und lieben uns nicht trotzdem, sondern deswegen. Sie lieben uns wie kein Anderer – weil sie es sich so ausgesucht haben!

Mit Freundinnen die Welt entdecken macht einfach mehr Spaß!

Freundinnen sind wie Therapeuten – nur besser! Weil sie sich (1) mit uns betrinken, (2) kein Geld verlangen, (3) uns kennen, (4) mit uns unvernünftig sind und sich (5) nicht scheuen uns auch mal eine verbale oder tatsächliche Ohrfeige zu verpassen.

Zeit mit deinen Freundinnen zu verbringen can Depressionen vorbeugen. Der Blog „Women in the Fence“ veröffentlichte einen Artikel von Erica Diamond in dem sie eine wissenschaftliche Studie zitierte, die besagt, dass „Quality Time“ mit deinen Freundinnen dazu beiträgt, das Serotoninlevel zu heben. Serotonin ist ein sogenanntes Wohlfühlhormon, das gerne auch mit Schokoladenkonsum in Verbindung gebracht wird. Na dann 🙂

Diamond geht außerdem darauf ein, dass Frauen sich auf eine besondere Art und Weise miteinander verbinden, sie bauen sich Systeme auf, innerhalb welcher sie sich gegenseitig unterstützen und einander helfen mit Stress, schweren Situationen und Erfahrungen umzugehen.

Deine Mädels halten dich gesund! Häufig denken wir, dass wir uns und unseren Körpern etwas gutes tun, wenn wir trainieren und Sport treiben und dass wir unsere Zeit verschwenden und nur rumhängen, wenn wir mit unseren Freunden Zeit verbringen. Dass wir diese Zeit produktiver verbringen sollten. Gute Nachrichten: Das stimmt nicht! Die gleiche Studie aus Stanford belegt, dass es für unsere Gesundheit so schädlich ist, wie zu rauchen, wenn wir keine persönlichen Beziehungen mit anderen Menschen aufbauen und pflegen.

Egal ob ihr also gerade an euren Listen mit Neujahrsvorsätzen sitzt oder euch das neue Jahr überhaupt nicht juckt, lasst uns darauf einigen, dass wir das nächste Jahr nutzen, um unsere Beziehungen zu unseren Freundinnen aufzupolieren. Wie? Vielleicht indem ihr regelmäßig einen Tag im Kalender blockt – erste Freitag im Monat Ladydrinks, alle zwei Wochen Sonntagsbrunch oder oder oder… Indem ihr, bei zu großer Entfernung regelmäßig reminder für Telefonate oder Skype-Gespräche aufsetzt. Oder Brieffreundschaften. Oder indem ihr schon jetzt, wenn ihr an Weihnachten zusammensitzt den Mädelsurlaub für 2017 plant. Sonst noch Vorschläge? Leave a comment, ich freue mich riesig!

Mit viel Liebe und Glitzer,

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4 Comments

  1. Pingback: Geschenke gesucht? Aber bitte Fair! – simpletwentysomething

  2. WOW, der Artikel könnte aus meiner Gedankenflut kommen. Unter meinen Freundinnen bin ich zwar diejenige die immer unterwegs ist. Aber dennoch sind meine Freundin, welche mich meine Schulzeit über begleitet habe, über 60km um den einstigen Schulort verteilt. Man sieht sich nicht mehr jeden Morgen, geht nicht mehr jedes Wochenende feiern, kann mal eben aufs Fahrrad und spontan zur Freundin fahren. Nein, da gibt es jetzt ja auch so was wie Partner, die den Abend mit der Freundin verbringen, Familien welche langsam entstehen und das wöchentliche Feiern verhindern – was soll ich dann auch zu Hause sesshaft werden, wenn man sich doch nur alle paar Wochen mal sieht. Aber dennoch vermisse ich die einstige Zeit und hätte gerne wieder eine Base mit Freundinnen vor Ort, die man immer sieht. Vielleicht kommt das, wenn man dann eine Familie hat und man sich mit den Mutter-Freundinnen auf dem Spielplatz trifft, wer weiß das schon. Gerade bleibt nur das Vermissen ..

    Gut zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Damals gab es zwar kein Social-Media, aber damals blieb man eher in der Base und sah sich weiterhin. Fragt sich was schöner ist..

    Liebe Grüße
    Svenja

    • Danke für deinen Kommentar liebe Svenja! Da freut man sich doch fast aufs Sesshaft werden. Fast 😉 (Hoffentlich liest mein Freund das nicht haha)
      Liebe Grüße
      Tori

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