Meine wertvollen Wochenenden in Berlin verbringe ich größtenteils mit Entdeckungstouren. Stadtteile, Weihnachtsmärkte, Cafes, Kinos, Museen – okay, in ein Museum habe ich es leider noch nicht geschafft, aber you get the picture. Eine Stadt wie Berlin macht es einem nicht schwer, ein bisschen Abenteuer ins Leben zu bringen. Aber trotzdem erwische ich mich jetzt schon dabei, in das gute Cafe zu gehen, dass ich schon kenne und mag statt neue spannende Sachen zu entdecken. Ich denke das ist okay aber zeigt auch, dass wir uns immer wieder dazu anstupsen müssen, unsere Comfortzone zu verlassen.

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Sollten unsere Kinder irgendwann mal meckern `früher war alles viel besser, dann meinen sie damit jetzt.

Die Orsons sind schon schlaue Menschen. Dieser Ohrwurm holt mich regelmäßig ein. Regelmäßig, wenn ich das Gefühl habe, das mein Leben eher so vor sich her schwappt und die reißenden Strudel der Abenteuer mir abhanden gekommen sind. Kennt ihr das Gefühl?

To live is the rarest thing in the world. Most people exist, that’s all.

Auch dieses Zitat von Oscar Wilde treibt mich regelmäßig um. Lebe ich richtig? Oder existiere ich nur? Gerade unsere Zwanziger sollen doch eine Abenteuerreiche, aufregende, spannende Zeit sein. Eine Zeit in der wir Dinge erleben, unsere Herzen gebrochen werden, in der wir unvernünftig sind und lernen, wie Vernunft aussieht. In der wir drei Mal zu oft Ja sagen, um zu lernen, wann ein Nein okay ist. In der Wir Wein auf Bier trinken und Bier auf Wein und unsere Haare in Regenbogenfarben erstrahlen lassen, nur damit wir mit Vierzig kopfschüttelnd über die gute alte Zeit und unseren furchtbaren Geschmack lachen können.
Aber tun wir das? Viel zu oft erwische ich mich dabei, wie ich mich in der Bib verschanze, meinen Lebenslauf poliere, früh ins Bett gehe, weil ich morgen früh raus muss und die Vernunft mein Leben bestimmen lasse. Ich rutsche ins existieren ab. Bin ich die Einzige? Wenn ich mich so umschaue: Nein.
Aber wie mache ich mein Leben Abenteuerreicher? Ich habe ein bisschen nachgedacht und in unserem geliebten Internet gestöbert und eine kleine Liste für euch (und mich) zusammengestellt, um unsere Leben ein bisschen zu Abenteuerlicher zu machen.

(Ich weiß jetzt schon, dass meine Schwester sich furchtbar über diesen Text aufregen wird: „Aber das sind doch gar keine richtigen Abenteuer!“. Deswegen sage ich schon jetzt: „Doch! Leben, Alltag ist Abenteuer. Wenn man es richtig macht, kann jeder Tag ein kleines Abenteuer sein. Auch ohne Cowboys, Indianer, Vampire oder Hogwarts!“)

Let me be the Hot Sauce on your daily fries!

1. Adressiere deine Ängste
Was macht dir Angst und warum? Ist das eine berechtigte Angst oder kannst du dagegen vorgehen? Wie? Ich habe zum Beispiel eine enorme Angst vor Waffen. Ich denke, dass diese Angst berechtigt ist und auch keine, die mich im Alltag hemmt. Doch sogar wenn ich nur in Filmen oder an einem vorbeilaufenden Polizisten eine Waffe sehe, erstarre ich und werde nervös: ‚Was, wenn da aus versehen was passiert?‘ Das ist natürlich quatsch, so eine Waffe ist ja relativ Idiotensicher. Nichtsdestotrotz habe ich beschlossen, diese Angst zu adressieren und werde hoffentlich bald mit einem befreundeten Polizisten-in-spe schießen gehen, um mich meiner Angst zu stellen. Das bringt mich auch schon zum zweiten Punkt…

2. Tue regelmäßig etwas, das du noch nie getan hast
Ob das schießen, Nacktbaden oder Yoga ist, oder du einfach in das Museum/Cafe/Restaurant/Schwimmbad gehst, das zwar in deiner Stadt aber noch unbesichtigt ist: Verlasse deine ausgetretenen Routen, um Neue zu entdecken! Wer weiß, vielleicht ist dein Lieblingscafé ja doch nicht so gut wie das gegenüber? Es kann auch eine Stilveränderung sein. Trage Dinge im Alltag, die du dir sonst nur fürs Wochenende aufhebst. Kombiniere Stoffe und Muster anders, als du es gewohnt bist. Zum Beispiel indem du dein Kleid über statt unter deinem Pulli trägst. Oder die Socken ein Statement sein lässt.

3. Hinterfrage das, was du tust
Nehme dir deinen Kalender zur Hand und gucke dir deinen gewöhnlichen Wochen- und Tagesablauf an. Wo langweilt dich deine Routine? Was kannst du streichen? Weißt du bei manchen Dingen noch, warum du sie tust? Warum du dich mit bestimmten Kursen, die dich eigentlich nerven, noch rumschlägst? Mit bestimmten Gewohnheiten? Mit bestimmten Menschen?

4. Frage genauso: Warum nicht?
Oft sagen wir einfach aus Gewohnheit „Nein“ zu etwas. Warum eigentlich. Frage dich öfter: Warum nicht? Warum nicht an einem Mittwoch feiern gehen? Einen neuen Sport probieren? Übers Wochenende in eine andere Stadt fahren? Die Haare rosa färben, oder grau, oder grün färben?

5. Setze dir Challenges
Es klingt blöd, hilft aber wirklich. Setze dir einen Zeitraum und ein Ziel. Sei das, jeden Tag was an deinem Blog zu tun oder jeden Morgen zwei Liegestützen mehr zu machen. Oder bis in vier Wochen einen Kopfstand zu schaffen. Challenges geben uns einen Grund etwas zu tun, das eigentlich keines Grundes bedarf. Wie wäre es zum Beispiel mit der Challenge, jeden Tag aufzuschreiben, wofür man dankbar ist? Oder mit der, jeden Tag jemandem einen Gefallen zu tun?

6. Rede über deine Träume und Wünsche. Und erfüll sie dir vielleicht einfach mal selbst!
Gerade heute habe ich drüber nachgedacht, wie romantisch mal so ein Date wie im Film wäre: Das ganze Lokal für sich haben, weil man mit dem Inhaber befreundet ist oder das Ding einem gehört etc. Keine Ahnung, komischer Film-Moment eben. Und im nächsten Moment dachte ich mir: Warum machst du es nicht einfach? Gerade wir Mädels schauen so viele Filme mit „ooooh wie süß“-Momenten und denken darüber nach, wie romantisch das wäre, wenn das ein Mensch mal für uns machen würde. Warum machen wir es denn nicht einfach selbst? Du willst dein romantisches Traumdate aus deinem Lieblingskitschfilm? Oder das romantische Überraschungswochenende? Die coole Aktion bei der Überraschungsparty? Das kann dein Gegenüber doch nicht riechen! Deswegen überleg dir, ob du vielleicht einfach mal die Dinge selbst in die Hand nehmen solltest! Oder wenigstens deine Ziele und Wünsche ganz klar ansprechen solltest – und zwar nicht nur im romantischen Rahmen. Mit je mehr Menschen du über Dinge redest die dich beschäftigen, desto besser kannst du sie ausfeilen. Du weißt nie mit was für Tips, Erfahrungen oder Kontakten dein Gegenüber dich weiter bringen und inspirieren kann! Was mich zum nächsten Punkt bringt…

7. Sei neugierig!
Das liebe ich an Berlin: man redet einfach mit Fremden, lernt sie kennen – ungezwungen und ohne das blöde Gefühl jetzt noch seine Handynummer abgeben zu müssen. Ich habe mich alleine dieses Wochenende mit elf verschiedenen Fremden an verschiedenen Orten aus verschiedenen Orten unterhalten. Ohne auf einer Party gewesen zu sein! Die Bahn, Weihnachtsmärkte, Restaurants und Cafés, Haltestellen – irgendwas hat man mit den Menschen um sich immer gemeinsam und viele freuen sich schon, wenn einfach nur ein ehrliches, nettes Lächeln ausgetauscht werden kann. Ich profitiere ungemein von diesen kurzen, flüchtigen Bekanntschaften, da sie mir zeigen, wie viel Diversität sich in so einer Stadt versammeln kann und was andere Menschen antreibt. Das inspiriert mich, meinen eigenen Weg zu finden.


8. Spring ins kalte Wasser – worauf wartest du?

Ich hatte auf meinem Computer lange einen Spruch kleben: „If we wait until we are ready, we will wait for the rest of our lives.“ Ich glaube dieser Spruch ist sehr war: wirklich bereit sind wir nie! Worauf warten wir also? Sag den Menschen in deinem Leben, was du für sie fühlst. Schicke deine Bewerbung an deinen Traumjob. Oder deine Traumuni. Mehr als scheitern geht nicht!
Warum ich das alles loswerden musste? Weil es ein Zitat gibt, dass mich seit Jahren immer begleitet:

“ Maybe it’s not about the ending, but about the story. “

Denn was haben wir von einem krassen Happy End, wenn die Story stinklangweilig war? Ende heißt doch, dass es vorbei ist – oder?

Jetzt würde mich doch noch eines Interessieren: Bin ich die Einzige, die manchmal Angst hat nur vor sich hin zu existieren? Dass ihr Leben zu sehr von Gewohnheiten und Strukturen und Regeln gesteuert ist? Wie brecht ihr aus euren Mustern aus? Was sind eure Challenges? Ich bin super gespannt auf eure Kommentare!

Mit viel Liebe, Glitzer und Abenteuerlust!

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