„Zwischen den Jahren.“ Was heißt das eigentlich? Wir sind nicht mehr so richtig im alten Jahr. Wir sind rausgewachsen, wie ein Kind aus seinen Kleidern. „Over it“ wie über einen Ex. Mehr oder weniger. Denn ganz weg sind wir doch noch nicht, wir stecken noch fest. Die perfekte Zeit für Reflektion und Vorsätze.

Viele Menschen finden Vorsätze furchtbar nervig. Warum? Vielleicht aus Angst davor, sie ohnehin nicht durchzuhalten. Oder davor, sich die jetztigen Fehler und Angewohnheiten und Macken vor Augen zu führen. Da ich ein Menschlein bin, das viel und gerne reflektiert, gehören Neujahrsvorsätze für mich irgendwie einfach dazu. Doch die Reflektion des fast vergangen Jahres lehrt mich vor allem, dass eine einseitige Liste von Vorsätzen für mich nicht mehr aufgeht. So habe ich etwa alle drei Monate meinen Lebensmittelpunkt gewechselt und ließ eine Krankheit die nächste jagen. Und auch nächstes Jahr werde ich, insofern alles nach Plan verläuft, einen Monat in Berlin, vier Monate in der Uni, drei Monate in den USA und erneute vier Monate an der Uni verbringen – Globetrotting much?

Schon zum letzten Jahreswechsel ist mir aufgefallen, dass Vorsätzte für die nächsten 366 Tage zu fassen nicht wirklich sinnig ist. Also habe ich mir ein Jahresmotto gesetzt – Carpe Diem – Worte, die mich am Ball halten sollten.

Für das kommende Jahr ist mir das zu wenig. Daher möchte ich im nächsten Jahr monatlich Vorsätze fassen, reflektiert bleiben. Das klingt jetzt nach super viel und ein wenig überambitioniert. Wie will ich das schaffen? Häufig realisiert man einen Monatswechsel ja nur, weil plötzlich wieder das mobile Internet funktioniert und Geld auf dem Konto ist. Meine Hoffnung ist, dass mir mein Bullet Journal dabei helfen wird, meinen Vorsatz durchzubringen. Sind ja nur 12 Monate! Vielleicht hilft es mir auch, wenn ich zum Anfang jedes Monats meine Vorsätze mit Euch teile…

Ein kleiner Einblick in mein Bullet Journal

Das ist also mein Hauptvorsatz. Trotzdem gibt es noch Dinge, die ich mit ins Neue Jahr nehmen möchte – ins ganze Jahr:

Dankbarkeit.

Nicht aus den Augen verlieren, was mich glücklich macht, sondern diese Dinge zelebrieren, teilen und verbreiten.

Schreiben.

Für den Blog, das Praktikum und die Uni passiert das sowieso. Wofür ich mir mehr Zeit nehmen möchte sind meine Brieffreundin und mein Tagebuch. Denn in dieser Zeit wird mir häufig erst richtig bewusst, was mich im Moment tatsächlich bewegt, berührt und umtreibt. Und auch die Freude, die meine alten Tagebücher mir bereiten sind ein guter Grund, das Aktuelle mehr zu füllen.

Liebe.

Logisch nehme ich auch meinen Freund mit ins Neue Jahr, hoffentlich noch in einige. Aber das meine ich an diesem Punkt nicht. Dieses Jahr habe ich eine alte Liebe wiederentdeckt: die Liebe zu mir selbst. Lange habe ich einen Kampf gekämpft, an dem sich viele von uns immer wieder die Zähne ausbeißen und der bestimmt auch meinen Weg wieder kreuzen wird. Die letzten paar Jahre mochte ich mich nicht besonders. Vor allem mit meinem Körper war ich nie zufrieden. Und so ein richtiger Fan von mir selbst war ich auch nicht. Ich habe dieses Gedanken in mir vergraben und einfach ignoriert, mich einfach nicht mit mir alleine gelassen. Bis es mir dieses Jahr so blöd ging, dass ich quasi keinen Sport mehr machen konnte. Das Einzige war gut ging war Yoga, weil ich mir hier ganz Tagesabhängig meine Energie einteilen kann. Das kam mit zwei fantastischen Auswirkungen: erstens nehme ich mir beim Yoga Zeit für mich und meine Gedanken, statt mich wie in meinen bisherigen Workouts gedankenlos auszupowern (was aber auch richtig gut tut!). Und zweitens habe ich endlich, zum ersten Mal seit Jahren, ein gesundes Körpergefühl entwickelt und meinen Körper lieb gewonnen. Diese Liebe zu mir und zu meinem Körper möchte ich mit ins neue Jahr nehmen und so gut und lange wie möglich aufrecht erhalten und wachsen lassen.

Ich bin super gespannt eure Vorsätze in den Kommentaren zu lesen! Mein Plan wäre es, eine kleine Liste mit den schönsten Vorsätzen – sei es fürs neue Jahr, ein neues Semester oder einen neuen Monat – zusammenzustellen.

Mit viel Liebe, Glitzer und Dankbarkeit

10 Comments

  1. Hey Süße,
    erst einmal hast du das total toll geschrieben! Großes Lob. Vorsätze wie jedes Jahr; mehr Sport, früher mit dem Lernen für die Klausuren anfangen aber mein größter Vorsatz: meine Familie besuchen. Verwandte die ich als Kind das letzte mal gesehen habe, weil wir so weit auseinander wohnen. Je älter man wird, desto mehr wird einem klar, dass nichts für immer ist und man die Teit nutzen muss. Außerdem war 2016 schon eine Art positiver Wendepunkt, den ich 2017 noch verstärken möchte; einfach mal an mich zu denken, in Urlaub fahren und weniger auf andere zu hören ist wohl eines meiner wichtigsten Vorsätze.

    Ganz liebe Grüße

    Jule

    • Dankeschön! Ja, es ist spannend wie wir manche Vorsätze jedes Jahr fassen und manche mit dem Älter werden dazu kommen 🙂

  2. hey,
    also das mit dem sich nicht selbst mögen kenne Ich irgendwoher… Da ich erst 2016 das erste mal Richtig gelernt habe mich selber zu ertragen, bzw. zu mögen haben alle mein Vorsätze für 2017 damit zu tun. Ich hab mir vorgenommen regelmäßig Sport zu machen. Das hilft mir einerseits aus dem Kopf raus und rein in den Körper zu kommen und auf der anderen Seite fühle Ich mich auch ohne Sport in mir selber nicht wohl. Das andere was ich mir vorgenommen habe, ist nicht mehr so streng mit mir selber zu sein und mir selber und anderen mehr zu verzeihen. Und wenn Ich dann von Zeit zu Zeit, anstatt zu Zweifeln, meinen Impulsen folge, wird 2017 ein tolles Jahr.
    Oh und auf jeden Fall will Ich pünktlich zum 31. 01 alle meine Hausarbeiten abgegeben haben. Egal wie gut Sie sind – Nie wieder schieben!
    liebe grüße
    Leif

    • Das freut mich total zu hören, dass 2016 dir so gut getan hat! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinen Vorsätzen! Das mit den Hausarbeiten ist sehr nachvollziehbar, ich hoffe auch echt stark, dass ich das noch alles schaffe…
      Liebe Grüße!

  3. Sehr schön geschrieben! 🙂
    Ich nehme mir auch für meinen Blog vor mir monatliche Ziele zu setzen und diese am Ende des Monats zu reflektieren und gegebenenfalls zu verbessern! 🙂 Ich freue mich riesig auf das neue Jahr, da ich meine Ausbildung im August anfangen werde und seit kurzer Zeit habe ich ein Auto, mit dem ich nächstes Jahr viel durch die Gegend düsen werde!
    Aus dem alten Jahr möchte ich recht wenig mitnehmen, da ich mal voll und ganz neu durchstarten möchte! 🙂
    Liebe Grüße Sarah <3

    • Oh dann ganz viel Erfolg! Oft ist es auch wichtig, einen schönen Schlussstrich zu ziehen und mit neuer Energie und Motivation ins Neue Jahr durchzustarten! 🙂

  4. Wunderschön geschrieben Liebes und ich freue mich das ich im jahr 2016 noch deinen Blog durch Zufall entdecken durfte.
    Ich möchte mich im Jahr 2017 voll und ganz dem Blog verschreiben und meiner neuen Agentur. Da freue ich mich mega drauf und hoffe da einiges neu umsetzen zu können.

    Liebste Grüße und alles alles Gute für das neue Jahr 2017.
    Caroline | http://www.modesalat.com

  5. Pingback: 17 Fragen für 2017 – simpletwentysomething

  6. Ein super süßer und ehrlicher Beitrag, hast du wirklich toll geschrieben :)!

    Alles liebe,
    Lara

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